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Clubhouse! Hype oder Trend?

Januar 19, 2021

Die App Clubhouse sorgt in den letzten Tagen auf allen Social Media Plattformen für großes Aufsehen. Sie ist zwar schon länger in den USA verfügbar, bekommt aber gerade einen extremen Nutzerzuwachs mitten im Lockdown im deutschsprachigen Raum, wahrscheinlich genau wegen dem Lockdown.

Doch was genau steckt hinter der App? Hier eine Beleuchtung von meiner Perspektive ...

Bei "Clubhouse – Drop-in audio chat " handelt es sich um eine neuartige Social-Media-Plattform, die auf Audio-Kommunikation ausgelegt ist. Es gibt keinen eigenen Feed, keine Bilder oder Videos, keine Streams und keine Likes - und dennoch - die App hat ein absolutes Suchtpotenzial. Der Kerngedanke besteht darin das sich die Nutzer an Diskussionen zu allen erdenklichen Themen in Gruppen versammeln - sofern sie bereits Teil des Netzwerks sind, denn der Eintritt ist, wie in einem Clubhouse in der realen Welt, nicht einfach so möglich.

Clubhouse - wie funktioniert die Plattform?

Die Idee ist eigentlich ganz simple: Mit der App können Räume erstellt werden die von internationalen Nutzern betreten werden können. Die Räume bieten eine Möglichkeit per Audio Chat sich zu unterhalten, zu einem vorher für den Raum festgelegten Thema. Ich habe aber auch schon erlegt, dass in den Räumen keine Diskussion wird sonder ein Vortrag oder sogar Meditation gehalten wird. In den Räumen gibt es drei unterschiedliche Rollen: Moderatoren, Sprecher und Zuhörer. Der Ersteller des Raumes kann Moderatoren ernennen, die die Kommunikation leiten und Leute aus den Zuhörerreihen "auf' die virtuelle Bühne" holen, wodurch die Sprachfunktion freigeschaltet wird, sodass diese in die Diskussion einsteigen können.

Die Zuhörer sind, wie der Name es schon vermuten lässt, das Publikum, die dem Geschehen folgen. Sie haben die Möglichkeit "ihre Hand" zu heben um von einem Moderator auf die Bühne geholt werden, um sich dann aktiv am Gespräch zu beteiligen.Wer einen Raum eröffnet, ist gleichzeitig Sprecher und Moderator. Die zweite Person, die einen Raum betritt, wird automatisch zum Sprecher. Jeder nachfolgende Teilnehmer beginnt als Zuhörer.

Warum ist Clubhouse so beliebt?

Der aktuelle Boom von Clubhouse dürfte auf mehrere Gründe haben. Einer davon ist sicherlich die künstliche Verknappung des Zugangs. In den letzten Jahren hat sich der Begriff FOMO bei der Digitalisierung der Gesellschaft - insbesondere mit der Verbreitung von Social Media Netzwerken - verbreitet. Dabei steht das Akronym für "Fear of missing out", frei übersetzt also die Angst, etwas zu verpassen - zum Beispiel eine interessante Diskussion.

Das Profil selbst ist an die eigene Handynummer gekoppelt, ähnlich wie es bei WhatsApp ist. Außerdem ist die Anwendung derzeit nur für iOS-Geräte verfügbar. iPhone-Nutzer können sich einloggen, Android-Nutzer müssen vorerst draußen bleiben.

Zudem hat man jetzt die Chance bei einem Hype von Anfang an mit dabei zu sein. Zudem gestaltet es sich sehr einfach mit prominenten Personen in direkten Kontakt zu kommen, da viele Prominente, Politiker und sonstige Personen des öffentlichen Lebens ziemlich aktiv sind. Ich war bspw. gestern bei einer Diskussion mit FDP-Chef Christian Lindner und kurz darauf in einem Raum mit Thomas Gottschalk.

Warum ist der Zugang zum Clubhouse so exklusiv?

Clubhouse befindet sich derzeit noch in einer open Beta-Phase d.h. in einer öffentlichen Test-Phase. Laut den Entwicklern ist dies einer der Gründe, warum die Plattform derzeit nur auf Einladung zugänglich ist. Außerdem ist man der Meinung, dass es wichtig ist, eine Community langsam wachsen zu lassen, anstatt die Nutzerzahl über Nacht zu verzehnfachen. Wenn man an ein Clubhouse im realen Leben denkt, ist es Usus, dass nicht jeder dort hereinkommt, Eintritt für nicht Mitglieder ist meist nur möglich, wenn ein aktives Mitglied einen aussenstehenden mitnimmt und damit empfiehlt.

Genauso ist es auch mit der App, es ist zwar möglich auf eine Warteliste setzen zu lassen und damit schonmal seinen Benutzernamen zu reservieren - Zugang bekommt man aber immer nur, wenn eine Einladung von einem Mitglied erfolgt. Durch diese Einladung sind die beiden Profile Einladender und Eingeladene miteinander verknüpft und öffentlich sichtbar, wer von welcher Einladung in das Netzwerk gekommen ist. Deswegen denke ich wird die Einladungsvariante die Beta-Phase überdauern trotz der Aussage der Entwickler, dass jeder so schnell wie möglich Zugang bekommen soll. "Wir bauen das 'Clubhaus' für alle und arbeiten daran, es der Welt so schnell wie möglich zur Verfügung zu stellen", heißt es in einem offiziellen Statement.

Gibt es bedenken gegen Clubhouse?

Die App erlebt momentan einen Ansturm und erzeugt einen enormen Hype. Dabei gibt es aber auch Bedenken - aus datenschutzrechtlicher Sicht, wie sollte es auch anders sein bei einem Unternehmen aus den Staaten. So verlangt die App den Zugriff auf die gespeicherten Smartphone-Kontakte um eine Einladung versenden zu können. Namen, Nummern und vielleicht noch mehr von Menschen, die die App nicht nutzen und eventuell nie vorhaben, sie jemals auszuprobieren, landen auf den Servern des Anbieters Alpha Exploration Co.

Zwar ist es den Nutzern nicht erlaubt, Gespräche ohne die Erlaubnis der anderen Teilnehmer aufzuzeichnen und zu veröffentlichen, doch werden Gespräche generell aufgezeichnet. In den Datenschutzbestimmungen steht, dass Audioaufnahmen gemacht werden, solange ein Raum geöffnet ist. Diese sind nur temporär und dienen dazu, gemeldete Vorfälle zu untersuchen - zum Beispiel im Falle von Cyber-Mobbing. Wenn keine Beschwerde eingeht, wird die Aufzeichnung sofort gelöscht, ansonsten nach einer Überprüfung.

Clubhouse! Hype oder Trend?

Es ist abschließend schwierig zu sagen ob es nur ein kurzer Hype ist oder sich zu einem längerfristigen Trend entwickelt und darüber hinaus vielleicht sogar zu einem nächsten etablierten Netzwerk neben Facebook, Instagram, LinkedIn und weiteren wird. Trotz der Datenschutzproblematik scheinen alle begeistert von Clubhouse zu sein. Sogar bekannte Namen nutzen die App angeblich mittlerweile regelmässig, wie Paris Hilton oder Ashton Kutcher. Aber auch in Deutschland gehören Joko Winterscheidt oder Dunja Hayali wohl zu den aktiven Nutzern. Zum ersten Mal haben der normale Bürger und prominente Menschen die Chance, unkompliziert miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über alle möglichen Themen zu unterhalten.

Ich muss gestehen, dass die App auch mich in seinen Bann gezogen hat, obwohl ich kein starker Social Media Nutzer bisher war. Es ist auf jeden Fall spannend das Geschehen zu beobachten wie es sich entwickelt. Wenn du auch auf Clubhouse bist, kommt hier der obligatorische Aufruf sich dort mit mir zu vernetzen. Mich findest du hinter dem Benutzer @baeaem. Falls du noch kein Mitglied sein solltest, schreibe mir gerne eine Nachricht vielleicht habe ich noch eine Einladung für dich übrig.

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